26.05.2026
«Auffahrt», oder wenn der Wecker gegen 5h läutet - dann steht die erste Rudertour des Jahres an
Am Donnerstag, den 14. Mai – für die meisten ein Feiertag mit wenig Action, für manch andere, die erste gemeinsame Ruderausfahrt auf dem Rhein – trafen sich, morgens um kurz nach 6h, 22 BreitensportlerInnen und 1 Landjohann – bzw. in diesem Fall eine « Landjohanna», Vreni A. vom Seeclub Zürich im Ruderclub Schaffhausen, um an der ersten Rudertour des Jahres – organisiert durch den Tourenobmann Marcel K. - teilzunehmen.

Die Boote «Octavius», «Marne» und «Doubs» wurden bereits am Vorabend nach Schaffhausen gebracht. An dieser Stelle Danke an all jene, die hier mitgeholfen hatten. Für uns hiess es dann am Donnerstag die Boote aufriggern, nochmals nachschauen, ob die Ausleger an der richtigen Stelle befestigt wurden, ob die Rollsitze richtig angebracht wurden – es kam schon mal vor, dass ein gesamter Gig bis zum Schupfen (rund 11km) mit in der Richtung falsch montierte Rollsitze ruderte, und das tat wohl sehr weh – und ob die Ruder auch alle dabei waren.
Nachdem alles abfahrbereit war, blieb uns nur mehr übrig der Bootseinteilung von Marcel K., zu lauschen, die Plätze in den Booten zu verteilen und schon wurde wie üblich, mit geballter Kraft, der Doppelachter «Octavius» mit der Mannschaft rund um den Bootschef Fritz F. mit Stephanie S., Marcel K., Maya M., Marie-Sophie M., Maria F., Marcel B., Daniel V. und mir ins Wasser gelassen. Ich steuerte den ersten Teil der Etappe bis zum Schupfen und wechselte mich dann mit Stephanie S. ab. – Doch dazu später mehr.
Nach dem Doppelachter wurden der C-Gig «Marne», gesteuert durch den Bootschef Ruedi D., mit Dodo N., Felix M., Hans M. und Heidi O. ins Wasser gelassen, gefolgt durch den weiteren C-Gig «Doubs», mit Katharina S. als Steuerfrau für die erste Etappe, mit Sepp P., - als Bootschef – am Schlag, sowie René L., Sabine F., und Stephan F. Werner G., als Bootschef, ruderte im vom Ruderclub Schaffhausen ausgeborgten Dreier «Valuri» mit Godi H. und Matthias L. als letztes Boot – von der Seeclub Zürich Mannschaft besetztes Boot - weg.
Die Truppen rund um den Ruderclub Schaffhausen und Ruderclub Basel kamen dazwischen und dann und wann auch ins Wasser.

Jene, die die Strecke aus den Vorjahren schon kannten, wussten, dass die Kilometer bis zum «Z’morgen» im Schupfen mit diversen Highlights versehen waren – vor allem auch bedingt durch das heurige Niedrigwasser wieder. Den Steuerleuten wurde die volle Konzentration abverlangt, um weder an einer Wiffe anzukommen noch auf eine der zahlreichen Sandbänke aufzulaufen.
Die Sonne begleitete uns nur sehr selten, der Wettergott hatte es dennoch gut mit uns gemeint, denn der vorhergesagte strömende Regen, und die hohen Windböen blieben – Grossteiles – zum Glück aus. Dennoch mussten die RuderInnen auf 1 mehrfach diverse Kommandos – wie «Steuer überziehen», «Back überziehen», «Ruder ab» - an das jeweilige Steuerteam weitergeben, um die Strecke bestens zu meistern und um unschöne Erfahrungen zu vermeiden.
Bis zum Schupfen lief dies Grossteils bei allen gut; nach dem Schupfen kamen jedoch da und dort die Sandbänke, und das eine oder andere Boot hatte dadurch die Möglichkeit, sich bereits vor dem Apero in der Strandbadi in Stein am Rhein, im 15 Grad kalten Rhein abzukühlen. Vermutlich ist das auch der Grund, weswegen RuderInnen stets jung aussehen; denn kaltes Wasser hält ja bekanntlich jung und munter.
Im Schupfen – nach den ersten 11 Kilometer – trafen wir uns alle wieder, genossen das wohlverdiente «Z’morgen», tauschen die ersten Erfahrungen des Tages aus und machten uns bereit für die noch verbleibenden 7 Kilometer.

Die Steuerpositionen wurden hier getauscht, sodass im «Octavius» Stephanie S., im «Marne» Dodo N. und im «Doubs» Stephan F., die Aufgabe innehatten.
Der Wind kam hier etwas mehr auf, als zuvor, was es mit sich brachte, dass die eine oder andere Wegekarte im Wasser landete, statt die Route anzugeben. Nun ja, da viele von uns diese Tour bereits schon das eine oder andere Mal mitgerudert waren, konnten sich die Steuerleute auf die Angaben der Teams verlassen. Und jene, die zum ersten Mal an der Steinertour dabei waren, konnten sich die Route fürs nächste Jahr bereits einprägen.
Für die letzten Kilometer bis zur Badi in Stein am Rhein, wo dann ausgewassert wurde, bedurfte es eines hohen Masses an zusätzlicher Konzentration, um nicht wieder – wie im Vorjahr oder auch wie im Falle anderer Boote – in den Sandbänken aufzusitzen. Das eine oder andere Boot manövrierte sich da gut durch und konnte die Sandbänke umgehen. Andere mussten eben wieder – wie im Vorjahr – aussteigen, das Boot ein paar Meter wegtragen, wieder einsteigen und weiterrudern. Etwas Action am Feiertag gehört eben doch auch dazu.
In der Badi in Stein am Rhein angekommen, wurden die Boote auf die Böcke – gesponsert durch den Ruderclub Steckborn, die dieses Jahr leider nicht dabei waren - oder falls möglich in die Wiese gelegt, die Ruder dazu platziert, die Steuer – falls notwendig – abmontiert, und wir waren für den Apero bereit. Zum Glück fing es erst während des Aperos kurz aber dafür umso heftiger zum Schütten an, und nicht schon vorher auf dem Wasser.
Ein kurzer Sprung ins Wasser war für den einen oder anderen auch dabei, allerdings war das Wasser mit seinen 15 Grad eher kühl statt angenehm. Wobei auch das Ansichtssache war.
Der Apero neigte sich dem Ende zu, und wir gingen zusammen in die «Chlosterschüür» wo uns - wie der Tradition gebührend – eine wärmende Bouillon und leckeres Buffet erwartete.

Die Teams rund um die diversen Ruderclubs, die auch dieses Jahr dabei waren, vermischten sich etwas, wenngleich der Grossteil mit seiner Mannschaft an den Tischen sass, sich über die geruderten Kilometer austauschte oder sonstige Themen durchgesprochen wurden.
Bevor das Essen jedoch endete, wurden abschliessende und dankende Worte durch die jeweiligen ClubvertreterInnen ausgesprochen. Der Ruderclub Basel bedankte sich beim Ruderclub Schaffhausen für die Organisation und erwähnte zudem die aktuellen Bundesligaergebnisse. Der Seeclub Zürich bedankte sich ebenfalls für die Organisation, wünschte sich jedoch auch mehr Sonne vom Himmel – statt nur der Sonne im Herzen. Die abschliessenden Worte kamen vom Vertreter des Ruderclub Schaffhausen, der sich für die Teilnahme der zahlreichen RuderInnen bedankte. Zudem erwähnte er die unaussprechlichen Bootsnamen des Ruderclub Basel – unter anderem «Ohne-wenn-und-aber». Dem Seeclub Zürich sprach er sein Bedauern aus – was kurzes Erstarren mit sich brachte, denn wir wussten nicht genau, was passiert war – bis sich herausstellte, dass er den einstigen Boots- und Hängerunfall meinte. Das Durchatmen war deutlich zu merken, die Beileidsbekundungen betraf keiner Person, uff. Abschliessend meinte er noch, «ich weiss auch nicht, wer von uns das Schwert vom Boot verloren hat». Ob er wohl sich gemeint hatte?
Nach den kurzen Reden gab es – wie immer – die Cremeschnitte. So schnell wie die Cremeschnitte auch gegessen wurde, so schnell gingen wir auch wieder zu den Booten zurück, machten uns abfahrbereit – die eine oder andere Platzänderung gab es, sodass gegebenenfalls die Einstellungen angepasst wurden – und schon waren wir wieder auf dem Rhein, und ruderten die 17 Kilometer retour zum Ruderclub Schaffhausen.

René L. steuerte den C-Gig «Doubs» die verbleibende Strecke retour, während in der «Marne», Hans M. das Los gezogen hatte und die Mannschaft unversehrt retour brachte; ich steuerte den Doppelachter «Octavius» wieder retour.
Mal im Konvoi, mal auf Blick, mal ausser dem Blickwinkel, doch wir kamen alle unversehrt wieder in Schaffhausen an, halfen auch hier beim Auswassern und Abriggern, machten die Boote für den Anhänger bereit, lauschten den abschliessenden Worten von Marcel K., verabschiedeten uns und freuten uns auf den 21. Juni, der ja schon bald anstand, und somit die nächste Rudertour – die Sommersonnenwendetour - einläutete.
Die Boote vom Seeclub wurden alle nach Zürich retourgebracht, entsprechend durch eine kleine Gruppe – danke an dieser Stelle an all jene, die hierbei mitgeholfen hatten -
aufgeriggert und fanden sich kurze Zeit später wieder an deren eigentlichen Lagerplätzen wieder.
Und wie so üblich, was in Zürich passiert, bleibt in Zürich. In diesem Sinne, bis zur nächsten Rudertour am Rhein, am 21. Juni – Anmeldungen können noch abgegeben werden und danke an alle, die auch wieder an der Steinertour dabei waren und auch mithalfen, diese so toll zu organisieren.
Dr. Renée Nicole Wagner, 17. Mai 2026
Offrecord-Meldungen:
Kurzversion: Am Donnerstag, 14. Mai, trafen sich 22 RuderInnen vom Seeclub Zürich, eine Landjohanna im Ruderclub Schaffhausen um mit drei eigenen Booten («Octavius», «Marne», «Doubs») sowie dem ausgeliehener 3er vom Ruderclub Schaffhausen («Valuri») die Steinertour zu rudern. Das Wetterglück begleitete uns fast die gesamten 36 Kilometer, sodass wir bei all den Zwischenetappen und auch der Endetappe trocken ankamen. Es ist immer wieder auch schön, neue TourenruderInnen dabei zu haben und die Tour auch bei Niedrigwasser und für uns SeeclüblerInnen dadurch ungewohnten Bedingungen zu rudern. Wir freuen uns schon jetzt auf die Steinertour 2027 und vielleicht ist auch da wieder der eine oder andere Tourenneuling mit dabei.